Linusit-Lexikon
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Flavonoide
Flavonoide werden wegen ihrer vielseitigen Wirkungen im Organismus oft Bioflavonoide genannt. Es handelt sich meist um gelb gefärbte (flavus=gelb), in heißem Wasser, besser in Alkohol, lösliche Naturstoffe.
Trocken aufbewahrte Flavonoiddrogen verlieren nach längerer Lagerung nicht an Wirksamkeit. Durch ihre normalisierende Wirkung auf die Durchlässigkeit (=Permeabilität) der Gefäßwände wurden die Flavonoide früher auch als Vitamin-P-Substanzen bezeichnet. Die Vitamin-P-Bezeichnung ist jedoch unzutreffend, da es sich nicht um essentielle Substanzen handelt.
Wirkungen der Flavonoide:
Bis zum Jahre 1959 wurden bei den Flavonoiden 40 verschiedene Wirkungen auf den Organismus entdeckt.
- Die Kapillarwirksamkeit, nämlich der Einfluss auf die Kapillardurchlässigkeit (=Kapillarpermeabilität), die Kapillarbrüchigkeit (=Kapillarfragilität) und die Kapillarelastizität, ist die mit den meisten Arbeiten belegte Wirkung der Flavonoide.
- Einige Flavonoide wirken noch wassertreibend (diuretisch bzw. saluretisch), krampflösend (spasmolytisch), beruhigend, erweiternd auf die Herzkranzgefäße und besitzen in einem Falle (Mariendistel) noch eine Leberschutzwirkung (antihepatotoxisch). Fraglich ist die schweißtreibende Wirkung.
- Flavonoide üben eine Schutzwirkung auf das Vitamin C aus. Infolge der Fähigkeit, Schwermetalle zu binden, verhindern Flavonoide die Oxidation von Vitamin C durch Schwermetalle. Außerdem bilden sie relativ stabile Komplexe mit dem Vitamin C.
- Im Vergleich der Bioverfügbarkeit synthetischer Ascorbinsäure und natürlichen Vitamins C, mit einem Gehalt an Flavonoiden wurde eine höhere Bioverfügbarkeit von natürlichem Vitamin C (148 %) nachgewiesen.
Flavoniode sind in fast allen Pflanzen enthalten; meist reichen aber die Mengen nicht aus, um eine auffallende Wirkung zu erzeugen.
Zu den Flavonoiddrogen zählen:
Birkenblätter, Buchweizenkraut, Mariendistelsamen, Mistelkraut, Passionsblumenkraut, Weißdornblüten, -kraut und -früchte.
Folgende Drogen enthalten Flavonoide neben anderen wichtigen Wirkstoffen:
Goldrutenkraut, Holunderblüten, Kamillenblüten, Lindenblüten, Schachtelhalmkraut, Süßholzwurzeln
Literatur
- Schilcher, H.: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Diaita Verlag.
- Hubik,J./Spilkova,J.: Biologische Wirkungen von Flavonoiden; Pharmazie in unserer Zeit/17. Jhrg. 1988/ Nr. 1.
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