Linusit-Lexikon
Im Linusit-Lexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den Linusit Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.
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Diät
Die ursprüngliche Bedeutung von Diät leitet sich vom griechischen "Diaita" ab, was soviel wie Ordnung bedeutet. Die griechischen Ärzte verstanden unter "Diaita" eine Lebensordnung, die die Gesundheit des Geistes und des Körpers zu erhalten sucht. "Diaita" war ein Modell vernünftiger und naturgemäßer Lebensweise. Diese ganzheitliche Auffassung von Diät verdanken wir dem griechischen Arzt Hippokrates (400 v.Chr.). In seiner medizinischen Schule wurde eine umfassende Gesundheitslehre entwickelt, die Lehre der Diätetik.
Sechs Forderungen zu gesunder Lebensführung gehen auf Hippokrates zurück. Sie sind im "Corpus Hippokraticus" zusammengefasst:
- Licht und Luft
- Gesunde Ernährung
- Bewegung und Ruhe im Wechsel
- Naturgemäßer Rhythmus zwischen Wachsein und Schlafen
- Ungestörte Ausscheidungen
- Seelischer Gleichmut
Heute versteht man unter "Diät" eine Krankenkost, die vom Arzt bei ernährungsbedingten Krankheiten wie z.B. Bluthochdruck und Diabetes verordnet wird oder eine Kost, mit deren Hilfe man abnehmen kann. Diät im heutigen Sinn ist also eine extreme Einschränkung des Begriffes auf die Ernährung.
Gewichtsreduktion und Diät
Es gibt eine unüberschaubare Anzahl von Diäten, die eine Gewichtsreduktion versprechen. In den so genannten "Frauenzeitschriften" steigen regelmäßig die Umsatzzahlen, wenn auf der Titelseite die neueste Diät mit angeblich sensationellen Abnahmeerfolgen erscheint. Beim Fasten erreicht man bei einer täglichen Kalorienaufnahme von 200-300 kcal einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 12 bis 13 kg in 28 Tagen! Davon entfallen günstigstenfalls (Molke-Kur) 70% auf das Fettgewebe, der Rest ist Verlust an Muskelprotein und Wasser.
Die Erfolge der "Kurzzeit-Crashdiäten" sind hauptsächlich auf den Verlust von Körperwasser zurückzuführen. So liegt der Anteil des Wassers am Gewichtsverlust bei einer 1000-kcal-Diät bei bis zu 70%. Der größte Teil dieses Wassers wird nach der Diät wieder eingelagert. Der durchschnittliche Gewichtsverlust für eine Woche beträgt bei einer 1000-kcal-Diät etwa 1 kg. Allerdings gibt es hier sehr starke individuelle Schwankungen.
Ein weiterer Nachteil der allzu schnellen Gewichtsabnahme ist das Absinken des Grundumsatzes während der Diät um bis zu 40%. Bei häufigen Diäten kann es zu einer Stoffwechselentgleisung kommen, so dass der Grundumsatz nach der Diät nicht wieder seinen Ausgangswert erreicht. Dies kann für die Betroffenen bedeuten, dass sie dann bei einer Kalorienaufnahme von nur 1500 kcal gerade noch ihr Gewicht halten. Die einzige Möglichkeit den Stoffwechsel wieder in die Balance zu bringen, liegt in vermehrter körperlicher Aktivität und im Aussetzen der Diäten.
Den besten Erfolg (langfristig) hat die Kombination von folgenden Faktoren:
- Veränderung des Essverhaltens
- Moderate Einschränkung der Energiezufuhr (1200-1500 kcal pro Tag)
- Fitness
- Für die eigene Zufriedenheit sorgen
Der Veränderung des Essverhaltens kommt eine bedeutende Rolle bei dem Erfolg einer dauerhaften Gewichtsreduktion zu. Das Ziel liegt in einer Veränderung des Lebensstils (s.o.). Es gilt die internen Hunger- und Sättigungssignale wieder eindeutig wahrzunehmen und von emotionalen Überlagerungen wie Frust, Langeweile, innere Leere usw. zu trennen.
Diätmissbrauch
Häufige Diäten mit starken Gewichtsschwankungen können zu - -> Essstörungen und schlechter Nährstoffversorgung führen. Zur Gewichtsregulation sind häufige, extrem kalorienarme Diäten nicht geeignet, meist sogar schädlich. Zu den nachgewiesenen Folgen von "Crash-Diäten" mit einer Energiezufuhr unter 1000 kcal zählen:
- Ständiges Denken ans Essen
- Absinken des Grundumsatzes (=Gewichtszunahme}
- Nicht mehr satt werden können
- Heißhungeranfälle
- Stagnierende Gewichtsabnahme
- Gesteigerte Zunahme des Fettgewebes im Anschluss an die Hungerphase
- Konzentrations- und Denkstörungen
- Soziale und sexuelle Störungen
- Fruchtbarkeitsstörungen
Literatur
- Anemüller, H.; Weber, M.: Was essen und trinken bei Übergewicht; Diaita-Verlag.
- Gergely, S.M.: Diät - aber wir?; Piper-Verlag
- Bennet, W.; Gurin, M.: Vom Sinn und Unsinn der Diätkuren; Tomus Verlag.
- Orbach, S.: Anti-Diät-Buch; Verlag Frauenoffensive.
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