Was sind Ballaststoffe?
Ballaststoffe sind praktisch unverdauliche Bestandteile von
pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem Fasern, Schalen und Zellwände.
Unverdaulich bedeutet hier aber keinesfalls unnötig oder überflüssig.
Ganz im Gegenteil: Ballaststoffe haben zahlreiche gesundheitsfördernde
Eigenschaften. Zu den ballaststoffreichen Lebensmitteln gehören
vorwiegend Getreideprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte, frisches und
getrocknetes Obst und Nüsse. Tierische Lebensmittel enthalten nahezu
keine Ballaststoffe.

Es gibt wasserunlösliche und wasserlösliche Ballaststoffe, die sich in
ihrer positiven Wirkung auf den Darm unterscheiden: Wasserunlösliche
Ballaststoffe können erhebliche Mengen an Wasser binden. Dadurch wird
der Darminhalt voluminöser, der Darm aktiviert und der Nahrungsfluss
beschleunigt. Zu den wasserunlöslichen Ballaststoffen zählen z.B.
Lignin oder Cellulose, die in pflanzlichen Zellwänden vorkommt.
Wasserlösliche Ballaststoffe können von den Bakterien der Darmflora im
Dickdarm „verdaut“ werden. Die Bakterien der Darmflora verarbeiten die
wasserlöslichen Ballaststoffe zu Energielieferanten, die sich positiv
auf den Stoffwechsel auswirken. Zu den wasserlöslichen Ballaststoffen
zählen z.B. Pektin aus Äpfeln oder Pflaumen, Schleimstoffe aus
Leinsamen sowie Hafer.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die Aufnahme
von mindestens 30 g Ballaststoffen pro Tag, jeweils zur Hälfte aus
Getreideprodukten sowie Obst und Gemüse. Die Deutschen erreichen jedoch
nur eine Aufnahme von etwa 20 g pro Tag – das ist zu wenig! Bevorzugen
Sie deshalb reichlich Obst und Gemüse, Vollkornprodukte (wie
Vollkornbrot, Vollkornspaghetti, Vollkornreis), Kartoffeln,
Hülsenfrüchte oder Nüssen und schränken Sie Weißmehlprodukte,
zuckerhaltige Speisen und Getränke sowie übermäßig fette tierische
Produkte ein. So liefern z.B. zwei bis drei Scheiben Vollkornbrot, drei
Portionen Obst und zwei Portionen Gemüse am Tag bereits etwa 20 bis 25
g Ballaststoffe!
Tipp:
Bitte trinken Sie ausreichend! Mindestens
2 bis 3 Liter pro Tag – am besten sind Getränke wie Mineralwasser,
Früchte und Kräutertees. Denn Ballaststoffe brauchen ausreichend
Flüssigkeit, damit sie gut quellen können.
Gehen Sie außerdem eine Ernährungsumstellung langsam an.
Falls Sie bisher eher ballaststoffarme Lebensmittel gegessen haben,
braucht Ihr Körper Zeit, sich an die neuen Nahrungsbestandteile zu
gewöhnen. Ansonsten kann es zu unangenehmen Blähungen kommen, die aber
in der Regel bald verschwinden.
Hier ein kleiner Überblick über den Ballaststoffgehalt verschiedener Lebensmittel:
Ballaststoffgehalt
|
|
| in 100 g |
Lebensmittel |
| über 30 g |
Leinsamen, Kleie |
| ca. 15 g |
weiße Bohnen (trocken), getrocknete Feigen |
| ca. 10 g |
ganzes Getreide, Haferflocken, Vollkornbrot, Nüsse, Sojamehl |
| ca. 5 g |
Trockenpflaumen, Rosinen, Himbeeren, schwarze Johannisbeeren |
| ca. 3 g |
Weißbrot, helle Nudeln, Cornflakes, Blumenkohl, Blattsalat, grüne
Bohnen, Erbsen, Kohlrabi, Möhren, Äpfel, Apfelsinen, Bananen, Birnen |